Avodah Zarah 44

Kapitel 44

א ורמינהי לוקחין מהן בהמה לקרבן ואין חוששין לא משום רובע ולא משום נרבע ולא משום מוקצה ולא משום נעבד
1 GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf von ihnen ein Vieh zur Opferung kaufen, und man befürchte nicht, es könnte aktiv oder passiv zur Bestialität verwendet, oder [als Götzenopfer] bestimmt oder verehrt worden sein.
ב בשלמא מוקצה ונעבד אם איתא דאקצייה ואם איתא דפלחיה לא הוה מזבין ליה אלא רובע ונרבע לחוש אמר רב תחליפא אמר רב שילא בר אבינא משמיה דרב עובד כוכבים חס על בהמתו שלא תעקר
2 Allerdings ist götzendienstliche Bestimmung und Verehrung nicht zu befürchten, denn wenn es dazu bestimmt oder verehrt worden wäre, so würde [der Nichtjude] es nicht verkauft haben; aber aktive oder passive Bestialität ist ja zu befürchten!? R. Taḥlipha erwiderte im Namen des R. Šila b. Abina im Namen Rabhs: Ein Nichtjude schont sein Tier, daß es nicht steril werde. —
ג התינח נקבות זכרים מאי איכא למימר אמר רב כהנא הואיל ומכחישין בבשר
3 Einleuchtend ist dies hinsichtlich eines weiblichen, wie ist es aber hinsichtlich eines männlichen zu erklären!? R. Kahana erwiderte: Dadurch magern sie ab. —
ד אלא הא דתניא לוקחין בהמה מרועה שלהן ליחוש דלמא רבעה לה רועה שלהן מתיירא משום הפסד שכר
4 Wieso wird demnach gelehrt, daß man von ihren Hirten ein Vieh kaufen dürfe, man sollte doch befürchten, er hat es vielleicht zur Bestialität verwendet!? — Der Hirt fürchtet, seinen Lohn zu verlieren. —
ה אלא הא דתניא אין מוסרין בהמה לרועה שלהן לימא רועה שלהן מתיירא משום הפסד שכרו
5 Wieso wird demnach gelehrt, daß man ihren Hirten kein Vieh anvertrauen dürfe, man sollte doch sagen, der Hirt fürchtet, seinen Lohn zu verlieren!? —
ו אינהו דידעי בהדדי מרתתי אנן דלא ידעינן בהו לא מרתתי אמר רבה היינו דאמרי אינשי מכתבא גללא בזע רגלא בחבריה ידע
6 Sie wissen dies von einander, daher fürchten sie, wir wissen dies von ihnen nicht, daher fürchten sie nicht. Rabba sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Durch den Griffel springt der Marmor, der Gauner kennt seinen Genossen. —
ז אי הכי זכרים מנקבות לא ניזבון דחיישינן דלמא מרבעא ליה עילוה כיון דמיגרי בה מרתתא
7 Demnach sollte man doch keine männlichen von einer Frau kaufen dürfen, vielleicht hat sie mit diesen Bestialität getrieben!? — Da sie [das Tier] dadurch anlockt, so fürchtet sie. —
ח אלא הא דתני רב יוסף ארמלתא לא תרבי כלבא ולא תשרי בר בי רב באושפיזא בשלמא בר בי רב צניע לה אלא כלבא כיון דמיגרה בה מרתתא
8 Wieso lehrte demnach R. Joseph, eine Witwe dürfe keinen Hund halten und keinen Jünger bei sich wohnen lassen, einleuchtend ist dies von einem Jünger, da er dies geheim halten kann, weshalb aber keinen Hund, wenn sie ihn dadurch anlockt, so fürchtet sie ja!? —
ט כיון דכי שדיא ליה אומצא ומסריך אבתרה מימר אמרי אינשי האי דמסריך אבתרה משום אומצא דקא מסריך
9 Da er ihr, wenn sie ihm ein Stückchen Fleisch vorwirft, ebenfalls nachläuft, so können die Leute glauben, er laufe ihr wegen des Stückchen Fleisches nach. —
י נקבות אצל נקבות מאי טעמא לא מייחדינן אמר מר עוקבא בר חמא מפני שהעובדי כוכבים מצויין אצל נשי חבריהן ופעמים שאינו מוצאה ומוצא את הבהמה ורובעה
10 Weshalb darf man weibliche mit ihren Weibern nicht allein lassen!? — Mar U͑qaba b. Ḥama erwiderte: Weil die Nichtjuden mit den Weibern ihrer Genossen Umgang pflegen, und wenn er zuweilen zu ihr kommt und sie nicht trifft, so beschläft er das Tier, das er da findet.
יא ואיבעית אימא אפילו מוצאה נמי רובעה דאמר מר חביבה עליהן בהמתן של ישראל יותר מנשותיהן דא"ר יוחנן בשעה שבא נחש על חוה הטיל בה זוהמא אי הכי ישראל נמי ישראל שעמדו על הר סיני פסקה זוהמתן עובדי כוכבים שלא עמדו על הר סיני לא פסקה זוהמתן
11 Wenn du aber willst, sage ich: selbst wenn er sie trifft, beschlafe er dieses, denn der Meister sagte, das Tier eines Jisraéliten sei ihnen lieber als ihre eigene Frau. R. Joḥanan sagte nämlich: Als die Schlange der Ḥava beiwohnte, impfte sie ihr einen Unflat ein. — Demnach gilt dies ja auch von den Jisraéliten!? — Bei den Jisraéliten, die am Berge Sinaj standen, verlor sich der Unflat, bei den Nichtjuden, die nicht am Berge Sinaj standen, verlor sich der Unflat nicht.
יב איבעיא להו עופות מאי תא שמע דאמר רב יהודה אמר שמואל משום רבי חנינא אני ראיתי עובד כוכבים שלקח אווז מן השוק רבעה חנקה צלאה ואכלה וא"ר ירמיה מדיפתי אני ראיתי ערבי אחד שלקח ירך מן השוק וחקק בה כדי רביעה רבעה צלאה ואכלה
12 Sie fragten: Wie verhält es sich mit dem Geflügel!? — Komm und höre: R. Jehuda erzählte im Namen Šemuéls im Namen R. Ḥaninas, er habe gesehen, wie ein Nichtjude eine Gans auf dem Markte kaufte und sie dann beschlief, erwürgte, briet und aß. Ferner erzählte R. Jirmeja aus Diphte, er habe gesehen, wie ein Araber eine Keule auf dem Markte kaufte, in die er ein zur Beschlafung geeignetes Loch bohrte, und sie dann beschlief, briet und aß.